Vorsicht: „Gebärzwang“ oder „Mutterfalle“ – oder die angestrebte Werteumwandlung

Letzte Woche wurde in Köln eine Tagung abgehalten unter dem Thema: „Abtreibung – ein neues Menschenrecht?“ Ein Menschenrecht zur Tötung von Menschen?

Der Italiener Rocco Buttiglione bewarb sich 2004 vergeblich als Mitglied der EU-Kommission. Als bekennender Katholik hatte er sich u.a. für die Würdigung der Mutterrolle der Frau ausgesprochen. Der Berufungsausschuss hat seine Bewerbung abgelehnt – ein bis dahin unbekanntes Vorgehen.

Warum diese äußerst scharfe, ungewöhnliche Reaktion? Es scheint, dass Buttiglione mit seinen Auffassungen in ein Wespennest gestochen hat; vielleicht hat er unbewusst eine gezielte Strategie zur Werteumwandlung in Gefahr gebracht.

Heute ist die Zielrichtung immer deutlicher erkennbar. Es ging und geht um die Neu-Definition der Selbstbestimmung der Frau. Schlagworte wie „Gebärzwang“ oder „Mutterfalle“ sollten die von Aussen aufgezwungenen Erwartungen aufzeigen.

Diese Zwänge mussten aufgebrochen werden, den Frauen sollte die volle Entscheidungsfreiheit zurück gegeben werden – ohne Einschränkungen durch biologische Gesetzmässigkeiten bzw. Vorgegebenheiten. Darin eingeschlossen war auch das Recht der Frau/Mutter, sich für oder gegen das werdende Leben, ihr Kind entscheiden zu können.

Wenn man die Zahl der Abtreibungen über die Jahre bedenkt, wird ersichtlich, wie viele Personen aus eigenem Erleben mit dieser Thematik befaßt worden sind. Aber nur aus der ideologischen Sicht ist wirklich verständlich, warum das Thema Abtreibung bei uns mit einem so vehement verteidigten Tabu belegt ist. Da Tabus grundsätzlich zum Schutz des Menschen errichtet worden sind, kann man die Umkehrung der Verhältnisse ermessen.

P.S. In einer EU-finanzierten Plakataktion hat die neue ungarische Regierung für die Möglichkeit der Adoption geworben – gegen den Protest der EU-Kommission.

Juli 2011

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