Kinderlosigkeit – sozialunverträglich?

Die demographische Entwicklung in unserem Land ist eindeutig: Unsere Gesellschaft altert und die Zahl der Geburten sinkt. Das Verhältnis der im Berufsleben Aktiven (und damit möglichen Beitragszahler) zu den Beitragsempfängern verschlechtert sich in Zukunft weiter. Es ist daher verständlich, dass Wissenschaftler und zunehmend auch Politiker intensiver über die Auswirkungen dieser absehbaren Entwicklungen auf unsere Sozialsysteme und mögliche „Auswege“ nachdenken. Das ist legitim und notwendig.

In den letzten Wochen ist wieder der Vorschlag eines Sonderbeitrags für Kinderlose in die Diskussion eingebracht worden. Dabei besteht die Gefahr, dass diese Bevölkerungsgruppe in eine „gesellschaftliche Schmuddelecke“ gestellt, ihr sozusagen sozialunverträgliches, wenn nicht sogar sozialschädliches Verhalten vorgehalten wird. Die Gründe für eine – oft genug ungewollte und erlittene – Kinderlosigkeit sind für derartig pauschale Lösungen zu vielschichtig und persönlich. Zudem darf unser Staat niemandem einen bestimmten Lebensentwurf aufzwingen.

Ein kinderfreundlicheres Umfeld – in allen Bereichen – ist die erforderliche Grundvoraussetzung, um den „Mut zum Kind“ zu stärken. Ein Aspekt ist die Förderung der Familien mit Kindern – auch und gerade in unserer sich rasch wandelnden pluralen Gesellschaft. Ein Zurück zu der vermeintlich „guten, alten Zeit“ wird es nicht geben. Dass Kinder ein Armutsrisiko für sich und ihre Eltern bedeuten können, bedarf dringend der Korrektur. Ein entsprechend ausgestaltetes Familiensplitting könnte ein Ansatz sein.

Februar 2012

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