KIND ALS PRODUKT

Die zu niedrige „Reproduktionsrate”

Und: Schadensersatz bei „Produktmängeln”? – Produkthaftung?

Deutschland leidet an Kindermangel:

  • Die „Reproduktionsrate” liegt zum Überleben mit 1,3 zu niedrig.
  • Auch mit entsprechender Zuwanderung werden wir zu „Schrumpf-Germanen”
  • Zudem besteht die Gefahr des „demographischen Kolonialismus” (Prof. Birg).

Ist die Reproduktionsmedizin – die assistierte Reproduktion – ein akzeptabler Ausweg? War hat Zugang? Wie steht es mit (eingetragenen) gleichgeschlechtlichen Partnerschaften?

In Deutschland leben bereits über 100.000 im Labor gezeugte Kinder, sogenannte Retorten-Babies – mit steigender Tendenz.

Nächster Schritt: Es gibt bereits Kinder mit speziellen genetischen Eigenschaften: Sogenannte Designer Babies.

In England müssen die Betreiber von Kliniken für die künstliche Befruchtung auf Reinraumtechnik nach den Regeln des „good manufacturing practice”, der „Guten Herstellungspraxis”, umstellen.

Denn Embryonen sind in Zukunft nicht nur (künftige) Menschen, sondern auch mögliche (Quellen von) Medizinprodukte; vergl. Plattformtechnologie.

Kind als Produkt: Nur folgerichtig haben die Gerichte den Eltern bei Vorliegen von „Mängeln” Schadensersatzansprüche zugesprochen – gegen die Ärzte. Erfreulich: Der EGMR hat im Sommer 2014 entschieden: Ein Kind mit Downsyndrom ist kein Schaden.

Ist es unter diesen Umständen (Arzthaftrecht) verwunderlich, daß die Ärzte bei Unsicherheiten über mögliche „Defekte” eher zur Abtreibung raten?

Zu Ende gedacht: Mit Hilfe von PND werden mögliche „Mängel” festgestellt: Gibt es ein Recht auf Nicht-Geburt? Wem stünde es ggfs. zu? Den Eltern? Den – nicht zu gebärenden – Kindern?

Kinder als Produkte? Eltern als – was denn eigentlich?

vergl. Prof. G. Maio “Vom Leben als Geschenk zum Leben als Produkt”,  ZfL 2/2012, S. 34ff.

Oktober 2014

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