Gedanken zum Jahresbeginn

LEBEN VOR DEM LEBENSENDE:

Unsere Aktivitäten in ökumenischer Verantwortung

Wir bemühen uns um die erforderliche Neuausrichtung unserer Gesellschaft vom Gewissen her (HMK-Strategie). „Mehr und mehr wird bewußt, wie wichtig es ist, in miteinander geteilter Verantwortung christliche Werte und Handlungsoptionen in das gesellschaftliche Gespräch einzubringen” („DAS VATER UNSER” – ökumenisch, ZdK, 11/2008, S. 4). Diesem gemeinsamen Auftrag aller Christen können wir nur gerecht werden, indem wir unsere Sicht der Dinge (auch der letzten) beharrlich, nicht fordernd, anbieten – sozusagen als „Weisheitsreservoir”.

„Der von Gott bewirkte Übergang vom Tod zum Leben in der Erwartung der Auferstehung der Toten rückt in den Mittelpunkt der ökumenischen Betrachtungen” (S. 10, ZdK). Es ist wie so oft: Der geleistete gemeinsame Dienst ebnet den Weg; jetzt folgt die tiefere Betrachtung, die theologische Aufarbeitung mit dem Ziel, das Einigende hervor zu heben.

„Dein Reich komme” so beten alle Christen im „Vater Unser”. Dieser Wunsch ist die tiefste Antriebsquelle in unseren Bemühungen um den umfassenden Lebensschutz – zu Beginn und insbesondere auch zum Ende. Dazu gehört auch die Akzeptanz der Begrenzung des menschlichen Lebens. Nur wer „Endlich lebt” (im doppelten Sinn des Wortes), lebt wirklich, so hatte uns Pater Kehl SJ in dem Interview erläutert.

Was bei uns in Krisen, bei spektakulären Unglücksfällen, selbstverständlich ist – die gemeinsame Anteilnahme beim ökumenischen Gottesdienst und/oder bei entsprechenden Hilfsaktionen, diese Haltung finden wir zunehmend auch bei der Betreuung „vor dem Lebensende”. Alle von uns besuchten Hospize waren von gelebter Ökumene geprägt, sie waren getragen von einer freundlich-gelassenen Grundstimmung – basierend auf einer christlichen Hoffnung, Die Erfahrung „durchkreuzter Lebenshoffnungen” vereint alle Christen, alle Menschen. Das ist aber nur die vorletzte Sicht der Dinge. Wir Christen haben einen anderen Zugang zum Sinn menschlicher Existenz. Davon Zeugnis zu geben – auch und gerade in unseren Hilfsleistungen vor dem Lebensende -, ist uns gemeinsam aufgegeben.

Lassen wir uns nicht darin hindern, unsere Aktivitäten noch stärker unter einen ökumenischen Aspekt zu stellen. In diesem Sinne: Auf ein Gutes Neues Jahr 2009.

zdz0109.docvo

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