Audismus

 

Menschen mit Behinderungen: Wie gehen wir mit ihnen um? Schätzen wir z.B. das intakte Gehör bzw. die unbeeinträchtigte Möglichkerit des Sprechens immer so hoch ein, daß bei tauben Menschen dieser „Defekt“ unbedingt behoben werden muß? Oder bilden diese Menschen eine eigene ethnische Gruppe, deren Kultur (Deafhood) achtens- und sogar schützenswert ist, einschließlich der von ihnen geschaffenen Gebärdensprachen?

Die Erfolge der Forschung bieten bei Schwerhörigkeit heute bereits verschiedene Hilfsmittel (medizinisch oder elektrotechnisch) zur Verbesserung der Hörfähigkeit an. Sie werden dankbar angenommen. Viele Menschen nutzen (diskret) die so geschaffenen Möglichkeiten.

Aber: Ob und wie sie genutzt werden, muß der betroffene Mensch selbst entscheiden können. In keinem Fall darf er zu einer „erwarteten“ Maßnahme gezwungen werden, weder direkt noch durch gesellschaftlichen Druck.

Bewußte Diskriminierungen gegen taube bzw. schwerhörige Menschen – immer verbunden mit der Herabsetzung ihrer Lebensweise – werden als Audismus bezeichnet. Wie läßt er sich eingrenzen?

Dezember 2010

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