Deutungsmacht-positivistisch

Wieder so ein Wortungetüm. Ein Kritiker hat einem Redner vorgeworfen, dessen Diskussionsbeitrag sei (nur) deutungsmachtpositivistisch gewesen. Damit hat der Autor in zweifacher Hinsicht seine negative Wertung ausgedrückt: Zum einem habe der Redner sich eine ihm nicht unbedingt zustehende Deutungsmacht angemaßt und darüber hinaus habe er zu oberflächlich argumentiert.

In unserer Öffentlichkeitsarbeit versuchen wir, die Deutungshoheit über bestimmte Schlüsselbegriffe zum Thema Leben (zurück) zu gewinnen. Wir möchten andere Teilnehmer an dem gewollten, öffentlichen und damit grundsätzlich offenen Diskurs in der Gesellschaft von unserer Auffassung überzeugen.

Dabei müssen wir uns bewußt sein, daß sowohl den Kirchen – insbesondere aufgrund des erheblichen Vertrauensverlustes durch die Missbrauchsfälle – als auch einzelnen Christen eine unbestrittene Deutungshoheit nicht mehr zuerkannt wird. Diese Kompetenz muß immer wieder neu erworben werden. Dabei dürfen wir nicht fordernd argumentieren, auch nicht vordergründig (eben positivistisch), sondern „an der Sache“ aufgrund einer reflektierten, tiefen Kenntnis und Grundüberzeugung vom Menschen. Im Grunde können wir unsere Meinungen nur anbieten. Wenn dann unsere Handlungen zu diesen Worten passen, um so besser, um so glaub-würdiger.

Dezember 2010

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