Prognosen, Prognosen ….

– Deutschland schrumpft: Die Zukunft von Ehe und Familie

Teure Familienpolitik. Seriöse Schätzungen gehen davon aus, dass unser Staat im Jahr insgesamt rd. 200 Mrd. in diesem Bereich ausgibt. Mit welchem Ziel, mit welchem Erfolg? Eine grundsätzliche Umkehr der negativen demographischen Entwicklung bei uns scheint nicht zu gelingen. Die Zahl der Geburten stagniert bzw. sinkt. Regelmäßige Prognosen bestätigen diesen Trend.

Bei ihrer Entscheidung für oder gegen Kinder werden Eltern von einer Kombination verschiedener Faktoren beeinflusst – finanzielle, strukturelle und kulturelle. Neben eigenen Erwartungen und Vorstellungen spielen die unterschätzten gesellschaftlichen Ansprüche eine wachsende Rolle. Die Schwierigkeit, diese unterschiedlichen Facetten in Einklang zu bringen, ist ein Grund für die jetzt innerkirchlich und öffentlich ausgetragene heftige Diskussion um die EKD-„Orientierungshilfe“ zu Ehe und Familie*.

In den verschiedenen Prognosen zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft wird der Eindruck vermittelt, der negative demographische Trend sei (zumindest kurzfristig) unabänderlich: Als Gründe werden verstärkt finanzielle und wirtschaftliche Aspekte (Arbeit/Betreuungsmöglichkeit) genannt. Hinzukommen eine wachsende Orientierungslosigkeit und Werteverluste. Es herrscht eine „tiefe Unsicherheit um den Menschen“ (Benedikt XVI.). Zudem scheinen die christlichen Kirchen in ihren Kernaussagen (in der Bioethik, zu Ehe/Familie und Leben) immer mehr auseinander zu driften. Ein einhelliges Zeugnis der verschiedenen Konfessionen würde die erforderliche Glaubwürdigkeit erhöhen.

Bei der vorherrschenden negativen Darstellung der Zukunft kann es nicht verwundern, wenn kräftige eigene Aktivitäten schwer fallen bzw. sogar ganz ausbleiben. Zu dieser lähmenden Sicht auf unsere Zukunft sind wir aber nicht gezwungen; viele – gegensätzliche, parallel verlaufende – Entwicklungen sind im Fluss und noch beeinflussbar. Es ist erfreulich, dass Papst Franziskus ein ansteckendes, glaubwürdiges Beispiel einer grundsätzlich optimistischen Auffassung vermittelt.

Als Christen dürfen wir nicht resignieren. Es ist unser Auftrag, an der Zukunft unserer Gesellschaft bewusst und im Sinne unserer Grundüberzeugungen mitzuwirken. Anknüpfungspunkte sind die realen Lebensbedingungen. Für die Verkündigung des Glaubens in die Gesellschaft hinein haben die französischen Bischöfe vor Jahren das treffende Stichwort gewählt: Proposer la foi. Den Glauben – und die aus ihm gewonnenen Wertevorstellungen – kann man nur anbieten.

Dazu müssen wir uns an dem grundsätzlich offenen gesellschaftlichen Diskurs beteiligen. In unserer medial durchsetzten Gesellschaft ist eine glaubhafte mediale Präsenz unabdingbar. Das ist seit Beginn ein Schwerpunkt der Aktivitäten des HMK.

Prognosen sind nicht in Stein gemeißelt. Wir könnten sie in unserem Sinn beeinflussen.

* vergl. Marie Katharina Wagner “EHE KRISE”, FAS, 01. 09. 2013

September 2013

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