Leben: Gefährdung und Schutz

„Ein Feld des dringend notwendigen LAIENAPOSTOLATS ist das gesellschaftliche Engagement für einen UMFASSENDEN SCHUTZ DES MENSCHLICHEN LEBENS“ (Benedikt XVI. in seiner Ansprache an deutsche Bischöfe in Rom am 18. November 2006)

“Die Kirche darf nie müde werden, Anwältin des Lebens zu sein und darf keine Abstriche darin machen, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen ist” (Papst Franziskus an die deutschen Bischöfe am 20. November 2015).

 

Leben als Gabe und Aufgabe: Die “Kultur des Lebens” – Laien engagieren sich zu Gunsten des umfassenden Lebensschutzes

Die Zeichen sind unübersehbar und bedrohlich: In Europa ist das menschliche Leben gefährdet, zu Beginn und am Ende. Eine der Legitimitätsbedingungen des demokratischen Rechtsstaates wird dadurch in Frage gestellt – das Töten wird zunehmend gesellschaftsfähig. In der seit Jahren geltenden, gesellschaftlich (zumindest stillschweigend) mehrheitlich akzeptierten und auch deshalb vom Gesetzgeber nicht überprüften Abtreibungsregelung liegt ein entscheidender Tabubruch vor: Durch sie wird das wachsende menschliche Leben in den ersten drei Monaten weitgehend schutzlos gestellt. Logisch nur schwer angreifbar folgt der zwar noch rechtswidrigen aber weitgehend straffreien – und zudem großzügig staatlich finanzierten – Tötung zu Beginn des Lebens am Lebensende die Forderung nach der Legalisierung der “aktiven Sterbehilfe” in all ihren Ausformungen incl. des “assistierten Suizids”.

Diese „Kultur des Todes“ hat zu dem deutlich abnehmenden Unrechtsbewusstsein bezüglich der Tötung menschlichen Lebens geführt. Um diesen destruktiven Trend zu stoppen bzw. sogar dauerhaft umzukehren, bedarf es eines kohärenten, in sich schlüssigen Schutzkonzepts des Lebens in all seinen Phasen. Entscheidend ist ein tiefes Begreifen der grundsätzlichen Unverfügbarkeit des Lebens. Notwendig ist die Bewusstseinsänderung zu Gunsten der „Kultur des Lebens“. 

Die damit angestrebte Veränderung der Gesellschaft in diesen wichtigen sozial-ethischen Fragen kann nur in einem dynamischen und grundsätzlich offenen Meinungsbildungsprozess erreicht werden. In diesen Prozess möchten engagierte Laien sich aktiv einbringen – selbstbewusst und unter kluger Nutzung möglicher Anknüpfungspunkte in den realen Lebensbedingungen und der säkularen Vernunft. Erforderlich ist die Vermittlung des Verständnisses der eigenen Grund-Werte über den christlichen Rahmen hinaus. Zur Bündelung und Unterstützung der angedachten Aktivitäten ist am 5. Februar 2000 der „Hilfe für Mutter und Kind e.V.“ (HMK) gegründet worden. Da der Verein sich für den Schutz des Lebens vom Beginn bis zum natürlichen Ende einsetzt, ist der Name in “Leben als Geschenk e.V.” (LaG) umbenannt und am 18. September 2015 beim Registergericht in Freiburg eingetragen worden.

In Ergänzung anderer Beratungs- und Hilfsangebote verfolgt der HMK/LAG eine Doppelstrategie durch die:

1. Mitfinanzierung einzelner konkreter Hilfsmaßnahmen

Seit vielen Jahren wird die “Aktion Moses“ des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Frankfurt unterstützt. Das Ziel dieser niedrigschwelligen, pränatalen und gezielt persönlichen Beratung von Schwangeren ist der Lebensschutz des Kindes und die bestmögliche Hilfe der Mutter – vor, während und nach der Geburt.

Wenn die Mutter sich nach der Geburt nicht in der Lage sieht, die zu Beratungsbeginn gewährte Anonymität aufzugeben, wird die gesetzlich erlaubte „vertrauliche Geburt“ angeboten: Um dem Kind das Schicksal der „Abstammungslosigkeit“ zu ersparen, hinterlegt die Mutter dem Kind später zugängliche Informationen.

Auf der Suche nach Hilfe in ihrer Notlage nutzen Schwangere zunehmend das Internet. Der HMK/LaG hat zu diesem Zweck mit eigenen Videos eine visuelle Internetkampagne initiiert, um die Seiten des SkF – mit der deutschlandweiten, kostenlosen Notrufnummer – leichter zu finden.

2. Öffentlichkeitsarbeit

Sie war von Anfang an Schwerpunkt der HMK/LAG-Aktivitäten:Zu diesem Zweck hat der HMK/LaG zwei Domainen eingerichtet: www.hmk-leben.de und www.lebenalsgeschenk.de. Der Auftritt im Internet ist so professionell wie möglich gestaltet; die Seiten enthalten umfassende und regelmäßig überarbeitete bzw. ergänzte Textbeiträge: u.a.

  • die Dokumentation der drei öffentlichen Vortragsreihen von 2003 bis 2007
  • die ausführliche Darstellung von Schwerpunktthemen: z.B. PID/PND, Abtreibung, Beratungskonzept, „vertrauliche Geburt“, Patientenverfügung, aktive/passive Sterbehilfe
  • zusätzlich eine umfangreiche Stichwortsammlung zum Thema Lebensschutz, und
  • das “Glossarium” zur Erläuterung weiterer relevanter Begriffe.

Unter ZEICHEN DER ZEIT findet man darüber hinaus persönliche, auch wertende Deutungen zu markanten Entwicklungen im Lebensrecht.

Aktuelle Themen werden auf dem blog aufgegriffen (96 posts, über 10.000 Aufrufe).

Auf der Internetstartseite gibt es für “Schwangere in Not” Hinweise auf die Tel.-Nr. der “Aktion Moses” des SkF, Frankfurt, und auf die online-Beratung der Caritas und des SkF.

Ein Hinweis auf die HMK/LAG-Seiten findet sich auch auf www.kath.de.

 

Videos und Videointerviewreihen:

Um weitere die Menschen besonders interessierende Themenbereiche umfassend und nachhaltig darstellen zu können, hat der HMK sich auf Videos konzentriert und seit 2007 eigene Videointerviewreihen konzipiert und durchgeführt. Über 180.000 „Besuche“ (09/2015; 49 Videos) bestätigen die Richtigkeit dieser Entscheidung (vergl. auch bei YouTube unter JWBHMK):

  • Aufgrund des steigenden Interesses an Fragen zum „Leben vor dem Lebensende“ ist die erste Videointerviewreihe „Ars Moriendi“ gestartet worden, zuletzt angereichert mit aktuellen Themen wie Organtransplantation und (Beihilfe zur) Selbsttötung.
  • Die im September 2009 begonnene zweite Reihe zum Thema „Leben mit Behinderungen“ fand im Juni 2011 mit einer Tagung über die Vernachlässigung bei der häuslichen Pflege durch Angehörige ihr (vorläufiges) Ende.
  • Im September 2011 startete mit “Deutschland – kinderunfreundlich?” (Arbeitstitel) eine weitere Videointerviewreihe. Schwerpunktmässig sollen die Themen-Bereiche Familie, auch „Wahl-Grossfamilie“ und „soziale Lebenslaufpolitik“ bearbeitet werden. Vergl. dazu als gutes Beispiel das Interview zum Caritas Lebenshaus in Frankfurt.

 

Ausblick:

Der öffentliche Diskurs über bioethische Fragen, insbesondere im Bereich des Lebensschutzes, wird angesichts der zunehmenden Bedrohungen immer wichtiger. Er wird zudem mit wachsender Schärfe geführt. Demgegenüber suchen wir in der Debatte einen vermittelnden Diskursstil.

Um sich auch in Zukunft in diese gesellschaftliche Debatte kraftvoll und pluralitätsfähig einbringen zu können, sucht der HMK mittelfristig gleichgesinnte Partner zur Unterstützung/Erweiterung seiner Aktivitäten.

Oktober 2015

 

Ein Kuratorium berät den Vorstand:

P. Prof. Dr. Medard Kehl SJ, Frankfurt
Frau Dr. med. Angelika Berg, Frankfurt
Prof. Dr. med. Richard Berger, Neuwied
Michaela Freifrau Heereman, Meerbusch
Prof. Dr. jur. Christian Hillgruber, Bonn.