MUT ZUM KIND (2)

 

Schwangerschaft zwischen Bangen und Hoffen –

Tentative pregnancy* oder “Schwangerschaft auf Probe”?

 

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist bei uns zu Recht umstritten; demgegenüber scheint in unserer Gesellschaft grundsätzlich Einigkeit darüber zu bestehen, daß die pränatale Diagnostik (PND) erlaubt, sogar gewünscht ist. Die Fortschritte der Medizin ermöglichen vielerlei helfende Eingriffe vor (bzw. in Vorbereitung) der Geburt.

Einige Aspekte verdienen jedoch besondere Beachtung und mahnen zur Vorsicht:

– Sich ein gesundes Kind zu wünschen, ist menschlich nur allzu verständlich. Es gibt aber keinen Anspruch auf ein gesundes Kind; die endgültige Akzeptanz des Kindes von der Erfüllung dieser Bedingung abhängig zu machen, ist mehr als fragwürdig. Aus dem Subjekt würde dadurch ein Objekt.

– Während der neunmonatigen Schwangerschaft wächst die emotionale Bindung an das Kind. Sie „ist guter Hoffnung“ – hat man gesagt. Was aber könnte die Folge einer medizinisch induzierten Besorgnis, gar Unsicherheit sein – eine mögliche Blockade dieser natürlich wachsenden Bindung?   Dieses Phänomen einer „zurückgehaltenen Bindung“ (um sich spätere Enttäuschungen zu ersparen) hat eine amerikanische Ärztin als „tentative pregnancy“ bezeichnet. Man denkt automatisch an den Begriff einer „Schwangerschaft auf Probe“.

*vergl. dazu E. Schockenhoff, FAZ 16. September 2010

September 2010

Verfassen Sie einen Kommentar

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>