ORGANSPENDE

Oder: Der nicht akzeptable holländische Weg

„Hollands letzte Niere” (FAZ 30.5.2007)

In Deutschland herrscht schon seit Jahren ein chronischer Mangel an geeigneten Spenderorganen. Täglich versterben drei Patienten auf der Warteliste. Wie läßt sich diese kritische Situation verbessern? Jedenfalls nicht auf dem „holländischen Weg”.

Bei uns ist das Organspende-Verfahren durch das Transplantationsgesetz geregelt. Eine TV-Show wie für Holland angekündigt*, würde bei uns verboten, weil diese Art „Organvergabe” nicht zulässig ist – zu Recht. Kranke werden zu „Schauobjekten”. Sie und ihr schweres Schicksal werden einer „staunenden” Öffentlichkeit vorge-führt. Wie können Zuschauer sich anmaßen, menschliches Leben – als Basis für ihre Entscheidung – zu bewerten? Wer garantiert, daß die angebotene Niere zu dem so gefundenen Empfänger paßt – und nicht sofort von dessen Körper abgestoßen wird? Beginnt dann das „Spiel” von neuem – sozusagen als TV-Fortsetzung?

*An der aufgezeigten Problematik ändert sich nichts dadurch, daß die Show sich im Endeffekt doch nur als eine (geschmacklose) „Show” entpuppte.

Auch das vom Nationalen Ethikrat (NER) vorgeschlagene Stufenmodell ist nicht akzeptabel:

  • persönliche Bereitschaftserklärung zur Organspende, aber
  • wenn nicht vorhanden, gesetzliche Erlaubnis zur Organentnahme, sofern kein Widerspruch durch Angehörige.

Diese „Widerspruchsregelung” steht im Gegensatz zum Schutz der Menschenwürde, die auch den Leichnam nach dem Tode umfaßt. Dieser ist keine „Fundgrube für benötigte Organe”, aus der sich jeder bedienen darf.

Eine dauerhafte Verbesserung der Situation ist durch eine glaubwürdige Darstellung der Bedeutung der Organspende – zur Lebensrettung – zu erreichen. Die Möglichkeiten zur Lebendspende könnten erweitert werden. Soweit noch organisatorische bzw. finanzielle Hürden bestehen, müssen sie schnellstens beseitigt werden.

Juni 2007

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