INFORMATIONELLE SELBSTBESTIMMUNG

Oder: Die verbotenen heimlichen Gentests der Väter

Oder: Wie die Frau die Rechte des Mannes beschneidet

Das Recht auf „Informationelle Selbstbestimmung” ist das neue Zauberwort. Jeder Mensch soll grundsätzlich frei entscheiden, ob und von wem sein Erbgut untersucht werden, wie umfassend diese Untersuchung sein und wer von den Ergebnissen „profitieren” darf/soll. Der Arbeitgeber? Gar die Versicherung? Der Arzt zu Forschungs- bzw. Heilungszwecken? Die Polizei? Mooshammer läßt grüßen. Für € 750 läßt sich das gesamte Erbgut eines „gläsernen” Menschen entschlüsseln

Wie steht es mit dem „Recht auf Nichtwissen?

Wer hat gegenüber wem Vorrang? Das Kind, der Vater und doch die Mutter?

Ein Gendiagnosegesetz soll das alles regeln.

Besonders umstritten sind z. Zt. die Vaterschaftstests – insbesondere die heimlich von den Vätern vorgenommenen. Sie sollen gegen das Recht des Kindes verstoßen. Die zuständige Ministerin möchte schon die heimlichen Tests unter Strafe stellen – nicht erst die mißbräuchliche Nutzung der Ergebnisse. Aber: Jede zehnte Frau weiß nicht, wer der Vater ihres Kindes ist. Tests haben ergeben, daß jedes 4. Kind ein sogenanntes „Kuckuckskind” ist. Die Römer haben diese Erfahrung deutlich, wenn auch vornehmer ausgedrückt: „Pater semper incertus”. Und jetzt soll die Mutter dem – vielleicht betrogenen, aber sicher zweifelnden – Vater das Recht auf Kenntnis verwehren dürfen. Mit welchem Recht?

Es scheint nicht weit her zu sein mit dem Recht des Vaters auf „informationelle Selbstbestimmung”.

„Rechtlose Väter” – deutlich schon bei der Frage der Abtreibung – könnte das auch ein Grund für den nur zögerlich ausgelebten Kinderwunsch der Männer sein?

Januar 2005

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