LEBENSENTWÜRFE

Oder: Die bewußte, gewollte Gegensätzlichkeit

Benedikt XVI

  • gegen die „Diktatur des Relativismus”
  • gegen die Banalisierung des Körpers

Daniel Cohn-Bendit (Die Grünen)

  • Was uns bei der „Homo-Ehe” und Fragen der sexuellen Orientierung gelungen ist, nämlich die Partei „jenseits der christlich-moralischen Werte” aufzustellen – das muß in Zukunft auch für andere Fragen, z.B. die Gentechnologie und die Sterbehilfe, gelten.

Der Pluralismus, die geforderte und ersehnte Meinungsvielfalt – auch in der Form der Religionsfreiheit – wird allgemein akzeptiert und sogar als Fortschritt angesehen. Vor hundert Jahren hat sich die katholische Kirche noch vehement dagegen ausgesprochen. Aber: Eine zwangsläufige Folge unseres pluralistisch aufgestellten Umfelds ist die wachsende Unsicherheit in Fragen des Lebens. Man sucht nach Tragfähigkeit und Verläßlichkeit. Die klaren, kontinuierlich vorgetragenen und auch für Nichtchristen im Ansatz einsichtigen (weil plausibel auch aus der Vernunft begründeten) Worte des Papstes haben nun ihrerseits die Fortschrittsgläubigen und die Linksliberalen unsicher gemacht: „Was ist, wenn er doch recht hat?”

So klar waren die Grundpositionen eigentlich noch nie. Die Grünen haben sich auch öffentlich dankenswert deutlich positioniert. Ob die C-Parteien, diesem Beispiel mutig und konsequent folgend, sich zu einer eindeutigen, in sich schlüssigen Aussage in Grundfragen durchringen, wird man sehen. In jedem Fall sollten wir auf klaren, tragfähigen Alternativen bestehen.

Gerade im Bereich des umfassenden Lebensschutzes – zu Beginn und am Ende – geht es ums Ganze, eben um das Leben. Das Gleiche gilt für den Schutz von Ehe und Familie, als unverzichtbarer Keimzelle der Gesellschaft.

Ob angesichts der oben dargelegten im Grundsatz gegensätzlichen Positionen eine schwarz-grüne Option, von der manche träumen, überhaupt wünschenswert und auf Dauer belastbar ist, bleibt mehr als fraglich.

Also fragen wir.

Juni 2005

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