HIRNFORSCHUNG – und ihr Kind

Neurobiologie als Zukunftsfach
Oder: Ihr – krankes – Kind und wirksame Hilfsmittel
Oder: Ihr – gesundes — Kind und die neurokognitive Leistungssteigerung

Ihr Kind ist unaufmerksam, unkonzentriert und hat daher Schwierigkeiten in der Schule. Früher hätte man mit anstrengendem, zeitraubendem Nachhilfeunterricht „gedroht”, heute gibt es „bessere”, nicht mehr so fordernde Methoden: man nimmt bewährte neuartige Pharmaprodukte, z.B. Ritalin.

Kritisch wird es erst dann, wenn man dem an sich gesunden Kind noch etwas zur neuro-kognitiven Aufrüstung gibt, z.B. zur Verbesserung der Gedächtnisleistung. Wollen wir „pharmainduzierte geistige Überflieger” (Meves) statt gesunder, leistungsorientierter und dann auch mit sich selbst zufriedener Schüler?

Statt unverzichtbarer elterlicher Zuwendung, ausreichend (eher mehr) Bewegung, kindgerechter Ernährung und der richtigen Mischung aus Fördern und Fordern – greift man lieber zur „Pille” und das möglichst früh und regelmäßig.

Sind die Folgen ausreichend getestet, sind sie beherrschbar? Wir stoßen an eine Grenze, die zu überschreiten auf den ersten Blick vielleicht verführerisch sein mag, auf Dauer aber sicher nicht ohne Risiken ist.

Die Neurobiologie hat uns die Möglichkeit eröffnet, die Vorgänge in den Köpfen von Säuglingen und Kleinkindern besser zu verstehen. Wir haben dabei auch gelernt, daß die Gehirne leicht störbar und insbesondere, daß die sich daraus ergebenden Schäden später kaum heilbar sind. Gerade in jungen Jahren ist die Lernfähigkeit besonders hoch; das nicht zu nutzen, wäre sicher schade, aber keinesfalls so schädlich (und nicht so unrevidierbar) wie die Überforderung durch nicht kindge-rechte Pflege und Betreuung. Aufgrund seriöser wissenschaftlicher Studien läßt sich schon jetzt sagen, daß die Folgen fehlender menschlicher Wärme und Nähe bei Kleinkindern sich später nicht auf pharmakologische Weise adäquat kompensieren lassen.

Da wir es gern wissenschaftlich mögen, daran könnte das Kind leiden:

  • AHDS   – Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
  • ADS      – Aufmerksamkeitsdefizitstörung
  • HKS      – Hyperkinetisches Syndrom.

Februar 2005

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