REPROGRAMMIERUNG

Forschung an tierischen (nicht menschlichen) embryonalen Stammzellen

– Erfolgversprechender (Heilungs-)Versuch?

Gegen die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen werden zu Recht erhebliche ethische, medizinische und rechtliche Bedenken geltend gemacht: Lebensschutz geht vor Forschungsfreiheit, d.h. keine Heilung durch Töten. Gibt es – zumindest in Teilbereichen – unbedenkliche Alternativen? Forschergruppen um Rudolf Jaenisch und Shinya Yamanaka scheint es gelungen zu sein, bei Mäusen ausgereifte Körperzellen in funktionsfähige – embryonale – Stammzellen zurück zu entwickeln. Der (aus der Computersprache entlehnte) Fachausdruck für dieses Verfahren lautet: Reprogrammierung.

„Alle Stammzellenforscher sagen, daß wir Forschung mit embryonalen Stammzellen brauchen” so Bundesforschungsministerin A. Schavan (RM 28.06.07). (Das erinnert mich an den Satz des Verteidigers: „Der Angeklagte ist unschuldig; er hat es mir selbst gesagt”). Allerdings könnte die notwendige, förderungswürdige biologische Grundlagenforschung auch an tierischen embryonalen Stammzellen erfolgen. Damit wäre der vorrangige Lebensschutz des Menschen gewahrt, d.h. die ethischen und die rechtlichen Bedenken wären insoweit ausgeräumt.

Neben dem grundsätzlichen Einspruch gegen jede Form der embryonalen Stammzellenforschung bleibt die Frage des Erfolgs: Weder gibt es in absehbarer Zeit Einsatzmöglichkeiten, noch scheint es gelungen zu sein, die Gefahr der Tumorbildung zu beseitigen. Alle Versuche an Tieren sind letztlich daran gescheitert.

Als Alternative mit schon erprobten (Heilungs-)Chancen bietet sich die Forschung an adulten Stammzellen und Nabelschnurblut an. In diesem Bereich sollte die private und die staatliche Forschungs-Förderung in Zukunft ihre Schwerpunkte setzen. Das fordern 56% der befragten Bundesbürger. Allein in den USA gibt es aktuell 1443 klinische Studien zu adulten Stammzellen – übrigens weltweit keine zu embryonalen Stammzellen.

Juli 2007

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