Die Werke der Barmherzigkeit

Das Jetzt hat Bedeutung für die ewige Zukunft

Ein frommer Mensch sah auf der Straße einen alten verwahrlosten Mann, der offensichtlich die Orientierung verloren hatte und ganz auf die Hilfe Anderer angewiesen war. Als der Fromme sich daraufhin bei Gott beschwerte: „Warum tust Du nichts dagegen?”, kam nach einer Weile die unmißverständliche Antwort: “Ich habe etwas getan. Ich habe dich geschaffen”.

Bei unseren Aktivitäten für ein menschenwürdiges „Leben vor dem Lebensende” muß ich immer wieder an diese Geschichte denken. Es gibt so viel zu tun – man muß nur für die Nöte der Anderen offen sein. Es ist eigentlich nicht überraschend, daß viele der leiblichen und geistlichen Werke der Barmherzigkeit sich in diesem letzten Lebensabschnitt konkretisieren – Hungrige speisen, Durstige tränken, Kranke besuchen, Trauernde trösten, Tote begraben und für die Toten beten. Man kann das für sich selbst auch als palliativmedizinische Betreuung und/oder als Sterbebegleitung bezeichnen.

Wenn wir uns so im Rahmen unserer Möglichkeiten einbringen, legen wir – über den Tod hinaus – den Grundstock für unsere eigene Zukunft, die sich im „Heute” entscheidet. Darin liegt unsere ernste Verantwortung.

„Denn gerade wenn der Mensch eine ewige Zukunft hat, über die sein Jetzt entscheidet, gewinnt dieses Jetzt eine unerhörte, fast unerträglich erscheinende Bedeutung” (Joseph Ratzinger).

Dez. 2008

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