Babyklappe

BABYKLAPPEN: Neue Studie bestätigt bekannte Bedenken

Seit Einrichtung der ersten Babyklappe bei uns im Jahr 1999 sind im wesentlichen drei Bedenken gegen dieses Angebot geltend gemacht worden:

(1) Das Angebot schafft Nachfrage, trifft aber die Zielgruppe kaum

Klappen werden genutzt, aber die Zahl der ausgesetzten/getöteten Kinder sinkt nicht messbar

(2) Mütter werden während der Schwangerschaft und der Geburt ohne Beratung und Hilfe allein gelassen

(3) Das Recht der Kinder auf Kenntnis ihrer Herkunft/Identität wird missachtet

Eine Folge sind vielfach schwere psychologische Schäden bei Kindern/Müttern

Vor zwei Jahren hat sich der Deutsche Ethikrat gegen die Babyklappe und die anonyme Geburt ausgesprochen. In Kürze liegt eine im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellte umfassende Studie des Deutschen Jugendinstituts vor. Aus einer Zusammenfassung wurden erste Ergebnisse bekannt*. Diese Studie – „Anonyme Geburt und Babyklappen in Deutschland“ – bestätigt im wesentlichen die o.a. Bedenken. Die Mütter in Not werden kaum erreicht. Als Folge schwindet die Überzeugung der Betreiber, Leben retten zu können.

Weitere Fakten kommen hinzu: Es scheint, als würden einige Mütter diese Einrichtungen missbrauchen, um ihre toten oder behinderten Kinder loszuwerden.

Die Studie erwähnt noch einen anderen bisher eher wenig diskutierten Angriffspunkt – die mangelnde Transparenz: Bei etwa einem Fünftel der so abgegebenen Kinder ist ihr weiteres Schicksal unklar.

Welche praktischen Konsequenzen wird die “Politik” aus diesen traurigen, aber nicht wirklich überraschenden Erkenntnissen ziehen? Das Ministerium (s.o.) hat bereits angedeutet, dass die bestehenden Babyklappen zwar nicht verboten werden sollen; in Zukunft wird die Beratung der Mutter vor und während der Geburt aber im Vordergrund stehen. Außerdem soll das Schicksal der abgegebenen Kinder besser dokumentiert werden. Nachgedacht wird auch darüber, den Kindern 10 Jahre nach der Geburt einen Informationsanspruch über ihre Herkunft einzuräumen.

Nach unserer Meinung ist die “Vertrauliche Geburt” die deutlich bessere Alternative. Auch die Deutsche Bischofskonferenz hat vorgeschlagen, die niedrigschwelligen Beratungs-Angebote mit dem Ziel der vertraulichen Geburt gezielt weiter zu entwickeln.

*vergl. WELT Online 14. 1. 2012

März 2012

Bessere Lösung: Vertrauliche Geburt (vergl. Schwerpunktthema).

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