Gentests

Die Bundesregierung hat im August 2008 den Entwurf für ein Gendiagnosegesetz beschlossen, um die mit der Untersuchung menschlicher genetischer Eigenschaften verbundenen Gefahren zu regeln – unter Wahrung der Chancen für den Einzelnen. Folgende Bereiche sollen geregelt werden: medizinische Versorgung, Abstammung, Arbeitsleben und Versicherungen.

Es gilt das Grundprinzip der informationellen Selbstbestimmung, d.h. es gibt das Recht die eigenen Befunde zu kennen und nicht zu kennen.

  • Ohne rechtswirksame Einwilligung des Betroffenen ist eine Untersuchung nicht erlaubt.
  • Bei nicht einwilligungsfähigen Personen kann ausnahmsweise und für einen gesundheitlichen Nutzen die Zustimmung ersetzt werden (durch wen?).

Medizin: Untersuchung nur durch Arzt. Genetische Beratung vor und nach der Untersuchung ist verpflichtend. Vorgeburtliche Untersuchung nur für medizinische Zwecke.

Umstritten bzw. nicht geregelt ist die Frage von Gentests für sogenannte spätmanifeste Erbschäden. Damit besteht die Gefahr, daß Kinder schon bei Verdacht auf derartige Schäden nicht zur Welt kommen. Verbot derartiger Tests als einzige Möglichkeit.

Abstammung: Untersuchung nur bei Einwilligung.

Arbeitsleben: auf Verlangen des Arbeitgebers verboten. Strenge Ausnahmen bei arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.

Versicherungen: Untersuchungen dürfen beim Vvabschluß weder vorgenommen noch Informationen über bestehende Ergebnisse gefordert werden. Ausnahme: Schon bestehende Ergebnisse müssen bei sehr hohen Versicherungssummen (über € 300.000) vorgelegt werden.

In einer Presseerklärung hat die Kaufmännische Krankenkasse bekannt gegeben, daß sie – transparent und freiwillig – per Gentest nach einer bestimmten, vererbbaren, Krankheit gesucht hat (Hämochromatose).

März 2009

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