Kinder

Deutschland liegt mit seinem Kinderwunsch an der letzten Stelle in Europa: Frauen wollen 1,75 und Männer 1,59 Kinder. Jeder vierte Mann und jede siebte Frau entscheiden sich grundsätzlich gegen Kinder.

Um die Nachfrage nach Kindern und damit die Fertilitätsrate zu erhöhen, müssen die Opportunitätskosten von Kindern verringert werden” (Prof. Rürup); diesen Satz muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ähnlich sieht das Prof. Birg: Nach ihm ist die sinkende Kinderzahl ein Wohlstandsproblem, d.h. je höher das Pro-Kopf-Einkommen, umso teurer werden Kinder – gemessen am entgangenen Einkommen.

Deutschland ist das kinderärmste Land Europas: Während 2000 der Anteil der Minderjährigen (unter 18 Jahren) bei uns noch bei 18,8% lag, ist er jetzt auf 16,5% gesunken – mit weiter fallender Tendenz (bis zum Jahr 2060 auf 14%).

Kinderbetreuung

Um die Zahl der Kinder zu erhöhen, wird in Politik und Gesellschaft wieder einmal kontrovers über Verbesserungen in der Kinderbetreuung diskutiert. “Wäre es an der Zeit, nach der artgerechten Haltung von Kindern zu fragen?” (so M. Lenzen in FAZ 18. 01. 2012). Wird das Wohl der Kinder (bewusst oder unbewusst) den Interessen globalisierter Märke untergeordnet?

Kindschaftswahlrecht

Der Familienbund der Katholiken hat sich dafür ausgesprochen, jedem Menschen mit der Geburt ein Wahlrecht zuzusprechen. Damit soll sichergestellt werden, daß kinderspezifische Gesichtspunkte z.B. bei weit in die Zukunft reichenden Projekten stärker beachtet werden müssen. Bis zur Volljährigkeit könnte dieses Recht von den gesetzlichen Vertretern ausgeübt werden (HK 12/04. S. 648).

„Kuckuckskinder” u.ä.

Jede zehnte Schwangere in Deutschland ist sich offenbar nicht sicher, wer der Vater ihres Kindes ist.

Bei Untersuchungen nach geeigneten Knochenmarkspendern hat sich herausgestellt, dass die Zahl der “Kuckuckskinder” – dem vermeintlichen Vater ist ein Kind untergeschoben worden – mit etwa einem Prozent erheblich niedriger liegt als früher vermutet (10%) (vergl. FAS 31.7.2011).

Kindersterblichkeit- es bleibt noch viel zu tun

Nach einem Bericht der Unicef vom September 2012 starben im Jahr 2011 weltweit 6,9 Mio Kinder unter fünf Jahren, das sind rd. 19.000 tote Kinder pro Tag. Auch wenn diese noch immer erschreckenden Zahlen einen Rückgang von 41% verglichen mit vor zwanzig Jahren bedeuten, bleiben insbesondere die ärmsten Kinder weiterhin stark gefährdet. Notwendig ist die bessere gesundheitliche Versorgung von Mutter und Kind.

September 2012

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