Klonen

Das Klonen ist die Herstellung gleichartiger, genetisch identischer “Nachkommen”, z. B. das „Kopieren” eines Menschen bzw. menschlicher Zellen. Der erste erfolgreiche Klonversuch stammt von dem Freiburger Zoologen Hans Spemann; er erfolgte vor hundert Jahren, dafür erhielt er 1935 den Nobelpreis.

Der Deutsche Bundestag hat sich im Februar 2003 gegen jede Form des Klonens ausgesprochen. Die Bundesregierung ist gleichzeitig aufgefordert worden, sich auf europäischer Ebene und bei der UNO für ein weltweites Verbot auch des therapeutischen Klonens einzusetzen.

“UN adopts pro-life declaration against human cloning”: Nach einem dreijährigen Tauziehen hat sich die UNO am 18. Februar 2005 mit deutlicher Mehrheit gegen jedwede Art des Klonens menschlichen Lebens weltweit ausgesprochen – mit „human life” wird auch das ungeborene Leben geschützt.

Definitionen (Anwendungsbereiche):

Theoretisch werden zwei Anwendungsbereiche unterschieden: Therapeutisches und reproduktives Klonen. Diese Unterscheidung ist aber nicht haltbar, weil die Grenze unscharf ist: „Das eine Verfahren – kaum angewandt – geht in seinem ersten Schritt bereits in das andere über” (vergl. C. Geyer, FAZ, 14/02/04).

– Therapeutisches Klonen – Forschungsklonen

Unter Einsatz embryonaler Stammzellen sollen bestimmte – durch Gendefekte verursachte – Krankheiten therapiert werden.

Der erzeugte menschliche Embryo wird – zur Gewinnung der embryonalen Stammzellen – bei deren Entnahme zerstört/verbraucht/getötet. Da menschliche Embryonen bei diesem Verfahren „verbraucht” werden müssen, ist das therapeutische Klonen in Deutschland verboten*. Das gebieten der Schutz des Lebens und die Garantie der Menschenwürde: Der Mensch darf nicht verzweckt werden (“Totalinstrumentalisierung”).

Embryonen (und später aus ihnen gewonnene Stammzellen) können – nach dem neuesten Stand der Forschung in den USA – Mai 2013 – zusätzlich per Klontechnik gewonnen werden. Aber: Die Herstellung menschlicher Embryonen mittels Klonierung ist ethisch inakzeptabel – die Gefahr der vollständigen genetischen Kontrolle des Menschen wächst.

Hoffnung: Seit 2007 können Induzierte Pluripotente Stammzellen (IPS-Zellen) durch Reprogrammierung gewonnen werden.

* Am 13. September 2004 hat sich der Nationale Ethikrat für ein Moratorium mit unbestimmten Verfalldatum – „dem Stand der Wissenschaft angemessen” – beim therapeutischen Klonen ausgesprochen. Bereits 12 der 25 Mitglieder haben sich grundsätzlich für die Freigabe des „Forschungsklonens” ausgesprochen; gegen die Freigabe waren nur noch 5 Mitglieder – unter ihnen die Vertreter der Kirchen. Sie haben sich gegen die Instrumentalisierung des Embryos ausgesprochen und damit gegen die Teilbarkeit der Menschenwürde.

Möglich und ethisch unbedenklich ist dagegen die Nutzung Adulter Stammzellen als im menschlichen Körper vielfach vorhandener natürlicher Ressource. Beispiel: Die Transplantation von Knochenmark gegen Leukämie ist eine anerkannte Therapie.

– Reproduktives Klonen

Die Erzeugung einer genetisch einheitlichen Kopie eines Menschen, eines Tieres oder einer Pflanze. Das Mißbrauchspotential im humanen Bereich ist unübersehbar, weil die menschliche Würde in der Einzigartigkeit des Menschen grundsätzlich in Frage gestellt ist. Daher ist das reproduktive Klonen in Deutschland verboten.

 

Weitere Informationen zum Thema unter “Embryonen”.

Mai 2013

1 Kommentar zu Klonen

  • J. Beckermann

    Wissenschaftler aus den USA haben die Debatte um die Zulässigkeit des therapeutischen Klonens neu belebt: Sie geben an, aus den Hautzellen Erwachsener embryonale Stammzellen erzeugt zu haben.
    An den grundsätzlichen Bedenken – gegen die Verzweckung des Menschen – ändert sich daran nichts.

    Mai 2014

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