Menschenwürde

„Der Sinn der Menschenwürde ist, den Menschen dem totalen verfügenden Zugriff anderer Menschen zu entziehen. Die Menschenwürde gilt nur uneingeschränkt und unabgestuft – oder sie gilt gar nicht” (Bischof Dr. Fürst, RM 45/2003).

Die Menschenwürde wird (als Teil des Menschseins) unwiderleglich vermutet, nicht zuerkannt (auch nicht vom Staat). Das gilt sowohl am Anfang als auch am Ende des Lebens.

Vor dem schleichenden Erosionsprozeß des Schutzes der Menschenwürde muß gewarnt werden. Der Hinweis auf den unveränderlichen Art. 1 GG reiche dann nicht mehr aus, wenn dieser Schutz von der Wissenschaft „ausgehöhlt” werde – d.h. es wird zunehmend im Sinne einer sich steigernden, sich entwickelnden Menschenwürde argumentiert (vergl. auch Herdegen, GG-Kommentar Maunz-Dürig, der für die „prozesshafte Betrachtung des Würdeschutzes” eintritt).

Diese (zeitliche) Trennung von Mensch und Menschenwürde ist willkürlich. Wer legt die Zeit fest? Anhand welcher Kriterien? Auch der Versuch einer Neu-Definition des – zugegebenermaßen „unscharfen” – Begriffs der Menschenwürde stützt die o.a. Auffassungen nicht: Denn gerade die Unverfügbarkeit seitens anderer Menschen gehört zum Kernbestand, ist geradezu wesensnotwendig für den Begriff (s.o.).

März 2009

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